Achim Hoops

Installationsfoto 2016
Installationsfoto 2016 1/11
ohne Titel, 2013, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2013, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 2/11
ohne Titel, 2013, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2013, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 3/11
ohne Titel, 2013, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2013, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 4/11
ohne Titel, 2014, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2014, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 5/11
ohne Titel, 2014, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2014, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 6/11
ohne Titel, 2015, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2015, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 7/11
ohne Titel, 2016, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2016, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 8/11
ohne Titel, 2016, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2016, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 9/11
ohne Titel, 2016, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2016, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 10/11
ohne Titel, 2016, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm
ohne Titel, 2016, digitale Zeichnung, UV Druck auf PVC, 160 x 256 cm 11/11

Aus dem Katalog: „Film – Ist und Als-ob in der Kunst“, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, 2005 :

Beim Betrachten der Bilder von Achim Hoops geschieht eines ganz unweigerlich: Man versucht sie in einen übergeordneten narrativen Kontext einzuordnen. Wir sehen sie als »Stills« – als Standbilder eines Films – und versuchen zu erschließen, welcher Film es sein könnte, aus dem die Szenenfotos stammen. Tatsächlich liegen den Zeichnungen häufig Motive bestimmbarer Spielfilme zugrunde, doch ist das Rätsel ihrer Zuordnung auch für passionierte Cineasten oft nicht zu lösen. Es sind Landschaften, Straßen, Interieurs, Blicke auf und in Gebäude, die – ihres narrativen Kontextes beraubt – verdeutlichen, wie entscheidend der »bloße« Handlungsort innerhalb eines filmischen Geschehens ist, wie sehr sich Inhalt, Atmosphäre und Ästhetik eines Films über diesen transportieren. Hoops zeigt keine Menschen und somit keine Handlungsträger im eigentlichen Sinne. Damit gibt er dem Raum die Möglichkeit, Protagonist zu werden. Ein »guter« Filmraum ist eben nicht nur ein markanter Ort, der dem Kinobesucher die Orientierung erleichtert, sondern auch Reflexion zeitlicher, zwischenmenschlicher und räumlicher Zusammenhänge.

Meist sind es nächtliche Szenen, die Hoops wiedergibt. Als Betrachter glaubt man sich in einem Zwischenreich: Tag und Nacht, Traum und Wachzustand, Film und Realität. Jede Zeichnung wirkt durch und durch transitorisch. Sieht der Betrachter die Zeichnung des Treppenlaufs – eine kleine Wandleuchte spendet nur notdürftig Licht und taucht die Szene in diffuses Licht -, so spürt er die latente Spannung, ein ungewisses Wohin vermittelt sich. Man meint, eine angespannte Stille förmlich spüren zu können. Andere Szenen hingegen suggerieren Geräuschkulissen: die Motorengeräusche der auf regennasser Straße fahrenden Autos, das Knistern des Feuers, das Atmen eines am Fenster stehenden Menschen. Im Kopf setzt sich ein Film in Gang, bewegte Bilder; die Leere wird durch Erinnerungen an eigene Erlebnisse und durchlebte Filme gefüllt. Hoops Räume wirken bühnenhaft, und unsere Phantasie bespielt sie mit Handlung.

Wie Edward Hoppers durch den amerikanischen film noir der frühen 40er Jahre inspirierte Barszenen und Hotelzimmer, seine Theater- und Kinointerieurs, erscheinen auch Hoops Räume in ihrer Helldunkel-Lichtführung und ihrer geometrisierten Ordnung durch und durch filmisch. Stark verdichtete Zeichnungen wie diese regen in dem Maße die Imagination an, wie sie auch selbst imaginär, aus den fiktiven Räumen des Films übernommen sind. In ihrer konsequenten Ästhetisierung des Filmischen werden Hoops Zeichnungen zu Kondensaten filmischer Erinnerungen.

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